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Geschichtliches

Rümikon, die allemannische Siedlung

Rümikon, das 1113 urkundlich erstmals erwähnt wird, ist eine alemannische Siedlung. Doch sind auch Überreste aus der Römerzeit vorhanden. Die Grundmauern einer Warte, die zur Rheinbefestigung im 3. Jahrhundert gehörte, sind noch wohlerhalten. Sie liegen auf einer Nebenterrasse, wenige hundert Meter unterhalb des ehemaligen Schlosses Schwarzwasserstelz (Gottfried Keller, Hadlaub). Eine zweite Warte lässt sich bei der Einmündung des Tegerbaches in den Rhein nachweisen.

Willy Kaufmann

Der 1978 verstorbene Kunstmaler Willy Kaufmann hatte in Rümikon ein Atelierhaus erbaut. Die malerische und ruhige Rheinlandschaft bewog ihn, sich hier niederzulassen. Durch seine Bilder und Glasgemälde in Kirchen und öffentlichen Bauten ist er über die Landesgrenze hinaus bekannt geworden. Die renovierte Dorfkapelle hat er mit eindrücklichen Apostel-Fresken und einem Glasgemälde geschmückt und so seine Verbundenheit mit seiner Wahlheimat bekundet. Auf dem kleinen Gottesacker in Rümikon hat er, wie es sein Wunsch war, die letzte Ruhestätte gefunden.

"vischeren ze rümigkon"

Als „Fischerdorf“ ist Rümikon in weitem Umkreis bekannt. Noch vor der Jahrhundertwende hiess es: “Rümikon hat lauter Fischer von Geschlecht, ausgenommen ein Meier, und der ist Fischer von Beruf.“ Seit Jahrhunderten bilden „Fischer“ die Ortsbürgerschaft von Rümikon. Sie sind ein autochthones Geschlecht. Ihren Familiennamen haben sie durch die Fischerei erworben, die sie am Ort ausübten. Die „vischeren ze rümigkon“ werden schon im früheren 15. Jahrhundert erwähnt. Im Hinterwasser eines Felsspornes, der sich in den Rhein hinaus erstreckte, wurden Salme gefangen, für die man im nahen Kaiserstuhl, in Zurzach und Baden Absatz hatte.

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Eine ehemalige Tavernenwirtschaft trug auch den Namen „Salmen“. Als ältesten Inhaber der Fischenz und der niederen Gerichtsbarkeit in Rümikon kennen wir die Herren Krenkingen (Kreis Waldshut). Im Jahr 1346 verkauften sie ihre Rechte in Rümikon an Heinrich den Sattler zu Waldshut.

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Von dem gelangten sie 1373 an den Schultheissen Escher in Kaiserstuhl. Stets aber besorgten die Inhaber des Lehen- oder Meyerhofes zu Rümikon das Fischergewerbe. 1440 verpfändete Johann Escher, der sich inzwischen in Zürich eingebürgert hatte, den Hof zu Rümikon samt der Fischenz und des Niedergerichts an die Brüder Hans, Ulrich, Cuni und Thoman „Rümikon“. Dass diese Brüder von ihrem Nebengewerbe den Familiennamen erhalten hatten, geht aus einer Urkunde von 1437 hervor. Darin wird Hans „Fischer“ und seinen Brüdern vom Bischof von Konstanz das Lehe zu Freudenhaus bestätigt. Die von seinem Vater veräusserten Rechte und Besitzungen wollte Rudolf Escher 1498 wieder auslösen. Durch geschickte Argumentation verstanden es die Rümiker jedoch, den Hof, die Fischenz und einige kleine Rechte fest in ihren Besitz zu bringen. Nur das Vogteirecht fiel an die Escher zurück. So gelangte die Rheinfischenz an die Fischer zu Rümikon und ist heute noch Eigentum der Ortsbürgergemeinde.

Das Recht erstreckt sich auf die Rheinstrecke so weit der Gemeindebann reicht und umfasst die ganze Rheinbreite bis hinüber ans deutsche Ufer. Die Rümiker sind stolz auf diesen Besitz, der die Landesgrenze überschreitend wohl einzigartig ist am Hochrhein.

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